Unsere Neustrelitz-Tour lässt Sie die Mecklenburgische Seenplatte mit einem Hausboot entdecken

  • Die Mecklenburgische Seenplatte
  • Länge: ca. 155 km
  • Dauer: 1 Woche
  • Schleusen: 12
  • Sportbootführerschein: nein
  • Route: Hafendorf Rheinsberg - Zechlinerhütte - Fürstenberg - Neustrelitz - Wesenberg - Mirow - Flecken Zechlin - Hafendorf Rheinsberg
  • Exposé: PDF-Datei herunterladen (ca. 0,1 MB)
Neustrelitz

Schnittig bahnt sich der Bug der Yacht seinen Weg durch den Rheinsberger See.

Im Hüttenkanal begegnen wir der ersten Schleuse. Gern entsinne ich mich an den Tag, als wir das erste Mal solch ein Wasserbauwerk durchfahren sollten. Inzwischen ist die damalige Aufregung konzentrierter Routine gewichen. Jedes Crewmitglied kennt seinen Platz und die Aufgabe, so ist das Schleusen kein Problem. Am linken Ufer zieht das Örtchen Kleinzerlang vorbei, doch schon bald weitet sich das Wasser und wir setzen Kurs gen Nord-Ost über den Kleinen Pälitzsee. Nach dreißig Wasserstraßenkilometer und vier Schleusen weiter schlägt es vom Kirchturm gerade das vierte Mal, als wir die Fürstenberger Schleusenkammer in Richtung Baalensee verlassen. Nun haben wir Gelegenheit für einen Landgang, und kehren gleich in ein gemütliches Gasthaus ein und es dauert nicht lange, da lassen wir uns Grüne Bohnen und Bratkartoffeln, Rinderfilet und eingelegte Heringe schmecken.

Auch heute liegen etwa dreißig Kilometer Weg mit drei Schleusen vor uns: Steinhavelmühle, Wesenberg und Voßwinkel. Der Ziernsee ist gerade überquert und der Kurs liegt an nach Steuerbord auf den Ellbogensee. Achtung Untiefen!

Schon beim Einlaufen begeistert uns das Ambiente des Stadthafens von Neustrelitz. Alte Speicher wurden zu Wohn- und Geschäftshäusern um gestaltet und umrahmen schützend das großzügig angelegte Hafenbecken. Restaurants und Cafés sämen die Hafenpromenade und das Gartenlokal auf der vorgelagerten Insel Helgoland ist gut gefüllt.

Wir erholen uns nach einem kleinen Stadtrundgang durch Schlosspark und Fußgängerzone in die Gaststätte „Tapas am Hafen“ und beobachten von dort das Geschehen. Für lohnende 9,80 € werden uns üppige Tapasteller aufgetischt. Ein lauer Abendhauch kommt auf und macht das mediterrane Flair komplett.

Nach dem Frühstück wollen wir dem nahen Slawendorf einen Besuch abstatten. Der Uferweg verläuft in südlicher Richtung. Nach einer guten Viertel Stunde sind wir dort und begeben uns mit dem Schritt durch das hölzerne Tor auf Zeitreise. Schon vor mehr als tausend Jahren siedelten Slawische Stämme am Ufer der Zierker Sees. Ihre Wohn- und Lebensweisen wurden hier liebevoll und nacherlebbar rekonstruiert.

Viel Strecke haben wir uns für den heutigen Tag nicht vorgenommen. Da sich Neustrelitz wasserseitig in einer Sackgasse befindet, wird der Zierker See heute wieder so befahren, wie wir gestern kamen. Wichtig ist, dass wir uns genau an die Betonnung halten, denn außerhalb des Fahrwassers ist das Gewässer extrem flach.

Steuerfrau und Copilot halten stetig Ausschau nach der nächsten grünen Boje. So kommen wir nicht vom Kurs ab und erreichen nach zwei Schleusen und etwa zwei Stunden Fahrt das verträumte Wesenberg. Schon auf der Hinfahrt war und hinter der Schleuse am linken Ufer eine neue Hafenanlage einladend aufgefallen. Die Marina Wesenberg ist unser Ziel – hier wollen wir bleiben.

Die Schleuse Strasen haben wir am nächsten Morgen schnell passiert, denn in den Morgenstunden ist der Verkehr noch sehr ruhig. Jetzt liegen wir in der südlichen Bucht des Großen Pälitzsees vor Anker und der Tag plätschert dahin, so wie die Wellen am Heck: Lesen, Reden, Essen, Trinken oder einfach nur den eigenen Gedanken hinterher hängen. Bis Mirow soll es heute noch gehen. Am Abend erreichen wir den Anleger von „Rick & Rick“ auf der Mirower Schlossinsel. Am nächsten Tag gehen wir auf Entdeckungstour auf dem Areal ehemaliger Schlossherren. Eine eigene Kirche weißt die Insel auf. Schließlich legen wir ab. Heimische Gewässer sollen angesteuert werden. Nur noch ein kurzer Zwischenstopp beim Mirower Fischer dann sind es nur noch knappe dreißig Kilometer bis zum Rheinsberger Schloss. Im Hüttenkanal legen wir links hinter der Schleuse für einen Eisbecher mit Sahne auf der Sonnenterrasse der „Marina Wolfsbruch“ einen Zwischenstopp ein. Gegen halb sechs liegt das Schloss vor uns am Ufer des Grienerick-sees und wir machen im Hafen fest. Der übliche Landgang lässt uns Schlosspark und Stadt erkunden, bevor wir ins Gasthaus einkehren.

Der Kreis unserer Rundreise hat sich somit bereits am Vorabend geschlossen, denn das Hafendorf Rheinsberg hatten wir bereits backbords passiert, bevor wir Rheinsberg erreichten. Heute bleibt Gelegenheit, die Rheinsberger Seenkette im Detail zu erkunden: Schlabornsee und Zootzensee, Repenter Kanal und Schwarzer See heißen uns willkommen. An letztem liegt die Hütte von Fischer Gerd. Mit eigenem Bootsanleger sind Wasserwanderer dort zu frischem Saibling mit Bartkartoffeln gern gesehen. Schließlich hat und der Heimathafen im Hafendorf Rheinsberg wieder.